Unsere aktuelle Ausstellung

Uschi Lüdemann, California

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich zur Vernissage am Samstag den 21. September um 18:00 Uhr in unsere Räume in der Ketzerbach 31 in Marburg ein.

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Die Arbeiten der etablierten Künstlerin Uschi Lüdemann sind unverkennbar, dennoch lässt sich immer etwas Neues im vertrauten Umfeld entdecken. Natürlich ist eine derart gefestigte Künstlerin ihrer Handschrift treu geblieben und kann daher auf ein absolut schlüssiges, umfangreiches Oeuvre zurückblicken, es wird jedoch in den Bildern der letzten Jahre ein neues Licht sichtbar.

Die Künstlerin hatte schon immer eine Schwäche für die großen Vertreter amerikanischer abstrakter Kunst, was sich darin manifestierte, dass sie jahrelang in verschiedenen Ateliers im Großraum New York, vorzugsweise auf Long Island, arbeitete. Sie zeigte ihre Arbeiten in New Yorker Galerien und pflegte einen Freundeskreis an der US Ostküste.

Schon seit etlichen Jahren zieht es die Künstlerin nach Kalifornien, da ihr Sohn in Los Angeles eine Professur innehat. Uschi Lüdemann genießt die ausgiebigen Aufenthalte an der Westküste der USA, die neuen Kontakte zu Künstlerkollegen und Galerien und ihre Ausstellungen in der neuen Umgebung fernab ihrer Heimatstadt Frankfurt.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass ihre jüngeren Arbeiten von einer bisher unbekannten Atmosphäre durchzogen sind. Noch immer lässt sich an Ausblicke in eine Landschaft denken, doch sind die neuen Bilder von einer pazifischen Farbpalette geprägt. In ihren früheren Landschaften konnte Uschi Lüdemann eine Stimmung von einer derartigen Tiefe erzeugen, dass der Betrachter nicht eine naturalistische Illusion vorfindet, sondern in eine Kontemplation versetzt wird, die gleichsam einem Blick in eine zauberhafte Welt gleichkommt. Die in den letzten Jahren entstandenen Malereien erscheinen pragmatischer. Das dominierende Blau bis Türkis lässt an die Poollandschaften der amerikanischen Westcoast Suburbs denken, David Hockney kommt einem in den Sinn oder die frühen Arbeiten der Bay Area School. Es ist das grelle Licht, die überbelichtete Farbskala, die diese Arbeiten von den zeitlosen Fantasieausblicken ihrer früheren Bilder unterscheidet.

Gepaart mit dem vertrauten Duktus ihrer früheren Arbeiten entsteht hier etwas Neues. Es sind Abbildungen der Impressionen unserer heutigen Welt, schnelle Blicke in die Umgebung, ohne tiefe Reflexion. Daher zeigen die Werke Zeitgeist. Schnell und bunt, doch hier ausgeführt von einer Malerin, die in ihrer Erfahrung mit Farbe und Pinsel ihresgleichen sucht.

Dr. Michael Herrmann, Marburg, 2019